8. Spieltag

Hamburger SV 1:1 TSG Hoffenheim

Aufstellung:


Baumann

Rudy, Süle, Strobl, Beck

Schwegler, Polanski

Volland, Firmino, Elyounoussi

Modeste



Einwechslungen:


53. Szalai für Modeste

72. Schipplock für Firmino

90. Zuber für Volland


Reservebank: Grahl, Abraham, Bicakcic, Vestergaard



0:1 Modeste (15., Rechtsschuss, Schwegler)

1:1 Lasogga (34., Rechtsschuss, Arslan)



Die Auswärtspartie in Hamburg wurde uns netterweise auf einen Sonntag gelegt. Hoffenheimfans gibt es ja eh nicht viele, da muss man auch nicht mit viel Widerstand rechnen. Doch damit nicht genug, beschloss 2 Tage vorher die GDL sämtliche Lokführer das ganze Wochenende bestreiken zu lassen. Bundesligaspieltag, Ferienbeginn: Verkehrschaos vorprogrammiert. So begann für viele die Auswärtsfahrt schon mehr oder weniger mit Einbruch der Nacht auf Sonntag. Mitfahrgelegenheiten wollten schnell noch organisiert werden. Anschliessend banges Kopfrechnen und Verkehrsnachrichten verfolgen, ob uns die geplante Abfahrzeit ausreichen würde um rechtzeitig in Hamburg anzukommen.

Das Sonntagsspiel erwies sich dann aber sogar als Vorteil. Im Gegensatz zum Samstag kaum Verkehrsbehinderungen auf dem Weg. Mit vorsorglich sparsam dosierten Stopps waren wir dann sogar gut 1,5 Std. vor Anpfiff am Zielort angekommen.


Unser Lieblings-SKB hatte sofort von Polizeistreifen über Schildkrötentrupps bis hin zur Reiterstaffel alles zusammengetrommelt was sich zusammentrommeln ließ um den Insassen unseres hochgefährlichen Busses auf dem Weg zum Stadion jeglichen Feindkontakt zu verwehren. So blieb der Weg auch völlig ereignislos für uns. Hufgetrappel im Rücken schlenderten wir unbehelligt an den zahlreichen Posten des örtlichen Pfandsammlermonopolisten vorbei. 


Nach gründlichen aber alles in allem noch akzeptablen Einlasskontrollen im Block angekommen, platzierten wir unsere Banner und sammelten uns an zentraler Position. Kleine Pöbeleien von vage bekannten Sitzplatztrollen provozierten bei uns allenfalls ein müdes Lächeln. Großspurig angekündigte Rendezvous nach Abpfiff entpuppten sich einmal mehr als leere Versprechen.

Die Hamburger Kurve, merklich dezimiert durch den Rückzug wichtiger Gruppierungen, vermochte kaum zu beeindrucken. In Anbetracht der zahlenmässigen Überlegenheit ein ziemlich trauriges Bild. 


Zum Spiel: Der HSV begann forsch, lief jedoch so auch in diverse Konter unserer taktisch klug aufgestellten Jungs, so dass wir schließlich dank Modeste mit 0:1 in Führung gehen konnten. Jedoch unterliefen beiden Seiten auch immer wieder haarsträubende Fehler im Spielaufbau die für Hektik sorgten und uns dann leider auch den Ausgleich durch Lasogga bescherten. In der zweiten Hälfte gab es mehrere Hundertprozentige auf beiden Seiten. Die Torhüter konnten glänzen und taten dies auch. So kam es zur am Ende gerechten Punkteteilung. 


Die Hamburger Fans präsentierten im Oberrang zwischendurch das Spruchband "Fussball ist für alle da"/"Sexismus aus den Köpfen kicken". 


Völlig unverständlich war das permanente Trillerpfeifen irgendeines Zuschauers, was wiederholt die Aufforderung durch den Stadionsprecher zur Folge hatte, den Blödsinn doch gefälligst zu unterlassen. Weshalb die Umstehenden nicht kurzerhand selbst für Ruhe sorgten, bleibt ein Rätsel.

Ob der beschissenen Terminierung des heutigen Spiels und der weiteren Spieltage bis zur Winterpause, wurde von unserer Seite bereits zum Einlaufen der Mannschaften ein großes Banner mit der Aufschrift "Pro 300km Regel" präsentiert. (Hintergrund: Die sogenannte „300km-Regel“ fordert, dass für die Spielpaarungen am Freitag, Sonntag und Montag nur Vereine infrage kommen sollen, deren Spielorte nicht mehr als 300km auseinander liegen.)


Ärgerlich war mal wieder der zögerliche Gang der Mannschaft zum Gästeblock. Natürlich wurde auch wieder ein großzügiger Sicherheitsabstand eingehalten. Als hätten sie in den 90 Minuten zuvor eine vernichtende Niederlage eingesteckt und müssten jetzt den Zorn der Mitgereisten fürchten. Uns fällt schon noch etwas ein um dieses Fremdeln abzustellen.


Vom Bahnstreik waren natürlich auch die Hamburger betroffen. So reagierte der Verein mit einem Streikrabatt von 70 Cent auf alle Getränke nach Spielende, um die Warterei etwas abzumildern.


Vorboten des ersten Herbsttiefs über unseren Köpfen, pilgerten wir zurück zu unserem Bus, wiederum in Begleitung der gesamten Eskorte. Nur die Luftunterstützung fehlte noch, da könnte man beim nächsten Mal noch nachbessern. 


Die Rückfahrt verlief sehr entspannt und auch recht zügig. Wegen weiterhin stillstehender S-Bahnen wurde in den frühen Morgenstunden noch so mancher Umweg gefahren. Freuen konnten sich diejenigen die sich den Montag vorausschauend oder kurzfristig freigenommen hatten.


F.


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