18. Spieltag - FCN : TSG

1. FC Nürnberg 4:0 TSG Hoffenheim

Aufstellung:

 

Casteels

Beck, Süle, Vestergaard, Johnson

Polanski, Rudy

Hamad, Firmino, Elyounoussi

Schipplock

 

Einwechslungen:

 

46. Toljan für Johnson

54. Volland für Elyounoussi

66. Modeste für Polanski

 

Reservebank: Grahl, Abraham, Herdling, Strobl

 

1:0 Chandler (23., Rechtsschuss)

2:0 Drmic (41., Linksschuss)

3:0 Ginczek (49., Linksschuss, Frantz)

4:0 Drmic (70., Rechtsschuss, Kiyotake)

Zum Start der Rückrunde reisten wir zum 1. FC Nürnberg. Im Vorfeld seien nur 250 Karten verkauft worden, hieß es. Kurz vor Abfahrt war von 400 die Rede und man rechnete mit etwa 600 mitgreisten Fans der TSG. Ein armseliges Bild, einmal mehr. Die Anzahl der Supporter schrumpft scheinbar stetig, der alte Kern steht bald wieder allein im Block. 

 

Wir, die Legion, sind nicht mehr Teil der zu Saisonbeginn ins Leben gerufenen Busgemeinschaft, springen aber immer wieder ein, wenn Not am Mann ist. So kam es dass wir uns um den großen UH11-Kleinbus kümmerten und die Getränkeversorgung übernahmen. Nichts ist so beständig wie die Lageänderung. 

 

Ohne besondere Vorkommnisse erreichten wir nach sehr ruhiger Fahrt den für uns vorgesehenen Gästeparkraum. Mit großzügigem Zeitpolster gestartet, um gegebenenfalls möglichen Staus und anderen Widrigkeiten die Stirn bieten zu können, war nur 11hoch3 noch schneller als wir. Zusammen marschierten wir nach kurzem Aufenthalt und Meinungsaustausch Richtung Stadion. Der Rest bildete die Nachhut. Das Polizeiaufgebot befingerte bei unserem Anblick schon publikumswirksam seine Schlagstöcke, hielt sich aber angenehm im Hintergrund. 

 

Kommen wir zum unschönen Teil der Berichterstattung. Die Vorbereitung verlief dem Vernehmen nach sehr gut. Durchweg positive Testspielergebnisse (nur 1 Gegentor) schienen diese Einschätzung zu bestätigen. Das erste Spiel der Rückrunde belehrte uns eines besseren. Nürnberg ging mit einem unglücklich abgefälschten Schuss in Führung. Keine Chance für Coen. Ein Aufbäumen der Mannschaft blieb aus. Nürnberg, in dieser Saison noch ohne Sieg, geschweige denn Heimerfolg, überzeugte von Beginn an mit der gebotenen Leidenschaft auf dem Platz und auf den Rängen. Dazu passend das von den Ultras ausgegebene Motto: "Ich bereue diese Liebe nicht!". Süle köpfte dem Gegner im Strafraum den Ball vor die Füße zum 2:0. Keine Chance für Coen. Ein Aufbäumen der Mannschaft blieb immer noch aus. Stattdessen ein ums andere Mal Fehlpässe der haarsträubendsten Sorte und ein Firmino der gleich dreimal vor dem Sprung verweigerte. Ob es für Brasilien reicht wenn einem hier nur offensichtlich genug zu kalt zum Fussballspielen ist? Im Block wenig Erfreulicheres. Der Gesang vieler "Supporter" glich zunehmend Gemurmel. Von oberen Rängen spendierte Becher und Provokationen schienen streckenweise allzu willkommene Ablenkung vom Spielgeschehen zu sein. 

Schon kurz nach der Halbzeit erhöhte der FCN auf 3:0. Unsere Verteidigung hielt brav ihren Sicherheitsabstand ein. Kaum eine Chance für Coen. Auf ein Aufbäumen der Mannschaft konnte man lange warten. 

Nürnberg feierte sich selbst, und das durchaus zu Recht. 4:0 hieß es am Ende, dank eines gelungenen Konters und eines Innenpfostens. Keine Chance für Coen. Auf ein Aufbäumen der Mannschaft warten wir heute noch. 

 

Traurige Szenen nach Schlusspfiff: Unsere Mannschaft ist ja schon bekannt für ihre Berührungsängste ungeachtet des Spielausgangs. Nach diesem Debakel meinten auch einige sich mit einem halbherzigen Winken aus komfortabler Entfernung aus dem Staub machen zu können. Erst lautstarker Protest veranlasste den Kapitän die Mannschaft vor den Block zu zitieren. Polanski gebührt Respekt, denn er stellte sich nicht nur am längsten sondern war sich nicht zu fein das Gespräch zu suchen. 

 

Jetzt heißt es raus aus der Komfortszene für die Mannschaft und die Fans. Nach der bisherigen Bilanz der Rückrundenauftaktspiele (3 Niederlagen, 2 (torlose Unentschieden, 1 Sieg als Herbstmeister), sollte der Verein vielleicht mal in Erwägung ziehen das Wintertrainingslager aus dem sonnigen Süden an die Nordsee zu verlegen damit die Mannschaft sich sinnvoll auf die Temperaturen im Frühjahr eingrooven kann...

Und wir? 600 Fans in Nürnberg stehen unzähligen Nörglern gegenüber die 2 Minuten nach Abpfiff Spieler verurteilen und Trainerwechsel fordern! 600 Fans, die zum Auswärtsspiel zur besten Fussballzeit am Samstagnachmittag die gewaltige Entfernung von 200 km auf sich genommen haben, ist das etwa alles? Wir werden auch beim nächsten Spiel wieder dabei sein. Und beim nächsten und nächsten und...

 

Es spielt keine Rolle wieviele wir sind. Das Wichtige ist, dass wir den Verein im Herzen tragen.